Shiro Karte Dojo Flensburg

Lehrgang bei Thomas Schulze (5. Dan/Nationalcoach) in Kiel

Partnerübungen

erfolgreicher Lehrgang für Susanne,

Glückwunsch zu Orange!

Bei 26 Grad Celsius Raumtemperatur begann am 20.9.2014 da lockere Aufwärmtraining im sonnigen Kieler Uni-Dojo. Die Oberstufeneinheit war mit Teilnehmern aus ganz Schleswig-Holstein und Hamburg besetzt. Konkret: 5x 4 Kyu (zweiter Blaugurt), 15x 3. bis 1. Kyu (Braungurtfraktion), 20x 1. bis 5. Dan (Schwarzgurte). Nach dem Aufwärmtraining folgten Staffeln von Tsukis. Erste Staffel: 10x Choku-zuki locker links / rechts, dann 10x stärker, danach 10x mit Kieme, schlussendlich 10x mit Kia. Zweite Staffel: nochmal, aber alles per Ren-zuki (Doppel-Tsuki), Dritte Staffel: nochmal alles per Ren-zuki, aber Auslagenwechsel, Vierte Staffel: nochmal, aber alles per Vierfach-Tsuki (Jodan-Shudan-Jodan-Shudan), Fünfte Staffel: nochmal aber alles per Vierfach-Tsuki, aber Auslagenwechsel… *Puuuuuuuh…*dann ging es richtig los: Während bei anderen Lehrgängen die Lehrgangsteilnehmer häufig mit dutzenden unterschiedlichen Angriffs- und Abwehrtechniken in unüberschaubarer Reihenfolge überschüttet werden, war es bei Thomas Schulze glücklicherweise, wie auch beim letzten Mal, wieder mal ganz anders gewesen. Schulze reichten diesmal ganze drei Techniken, um die kompletten drei Stunden spannend und abwechslungsreich zu gestalten: I.) Kizami-zuki, II.) Gyaku-zuki, III.) ein verkürzter tiefer Zenkutsu. Da A und O dieses Lehrgangs war es, den Zenkutsu durch Heranziehen des hinteren Beines so zu verkürzen und dabei vorzuspannen, dass der Gegner dies nicht sehen konnte (Front zum Gegner war wie immer Zenkutsu mit Kamae). Dabei sollte man quasi auf dem hinteren Bein sitzen. In dieser vorgespannten Kampfhaltung galt es dann auf Zähler dem Gegner einen Doppelschlag zu verpassen, wo bei die Abfolger der Tsuki derart schnell und hart erfolgen sollte, dass der Gegner keine Chance zum Gegenangriff hat. Laut Schulze sollten die Schläge so massiv auf den Gegner eingebracht werden, dass diese ein Erdbeben auslösen, dessen Druckwellen im Bereich der gegnerischen Wirbelsäule wieder austreten. Schulze zeigte im Vergleich dazu, dass ein normaler Zenkutsu, wie er häufig im Kumite geübt wird, die Distanz nicht überbrücken und den Gegner nicht unter Druck setzen kann. Eine weitere wichtige Anmerkung von Schulze war, dass das „hüpfende Kumite“ athletisches Karate ist, welches nur bis etwa zum 30. Lebensjahr anwendbar ist – danach ist man kaputt. Mit dem von Schulze beschriebenen verkürzten tiefen sitzenden Zenkutsu soll Kumite bis ins hohe Alter möglich sein. Nun ging es richtig los: Version 1: Aus dem o. g. verkürzten tiefen sitzenden Zenkutsu vorgesprungener Gyaku-zuki Shudan, dann Kisami-zuki Jodan mit anschließendem überrennen und brechen des Gegners per angedeutetem Bodycheck. Version 2: Aus dem verkürzten Zenkutsu vorgespungener Kisami-zuki Jodan und dann Gyaku-zuki Shudan, wobei hier das Bein entgegen dem Kihon als letztes aufkommen sollte! Da man im Kihon eingebrannt bekommt, dass Faust und Bein zusammen aufkommen, war dies schon eine immense Umstellung! Vor allem sollte auch der verkürzte tiefe sitzende Zenkutsu nicht vergessen werden, um gleich die nächste Abfolge an Schlägen abzufeuern zu können. Version 3: wie Version zwei, nur beide Schläge Jodan. Mitte der zweiten Oberstufeneinheit hatte sich nun jeder mittels der oben beschriebenen Angriffsvarianten in schneller Abfolge nacheinander mit seinem Gegenüber zigmal vor und zurück (inkl. Auslagenwechsel) durch die Halle gejagt, als dann das Kumitetraining endete und Schulze auf den Bereich Kata schwenkte. Heian Sodan…wie langweilig…nein, ganz und gar nicht, da jede Technik der Kata mit Kamae enden sollte, dann sollte der oben zuvor schon gelehrte Gyaku-zuki inkl. dem verkürzten tiefen sitzenden Zenkutsu dazu, wobei dann wieder Kamae zu erfolgen hatte. Erst nun kam die nächste Technik der Kata. Glücklicher weise haben sich auch einige der Braun- und Schwarzgurte verknotet, so dass die wenigen Blaugurte nicht alleine waren mit Ihren Problemen. Dann folgten folgende Katas (allerdings ohne den zuvor beschriebenen Gyaku-zuki-Zusatz) mit jeweils mindestens zwei bis drei Durchläufen: Bassa Dai, Jion, Sochin, Tekki Shodan, Tekki Nidan, Tekki Sandan. Abschließend wieder Tsuki-Kombinationen (siehe oben). Schweiss gebadet, aber über glücklich lauschten wird dann noch den Abschlussworten vom Dojoleiter Dago: Die Oberstufe hat es zahlenmäßig wieder herausgerissen, aber die Unterstufe war bei diesem Lehrgang zu gering besetzt - macht mehr Werbung in Euren Dojos für diesen Lehrgang, speziell auch in der Unterstufe! Thomas Schulze kommt 2015 wieder nach Kiel. Genial - ich werde wieder hinfahren.

Oss. Frank Konietzko


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