Wie trainiert man Karate

Wie trainiert man Karate

Erwärmung
Nichts geht ohne eine gründliche Erwärmung mit leichten Dehnübungen, ein Karateka nutzt seinen ganzen Körper, da ist nur logisch, ihn auch pfleglich zu behandeln. Ein Training ohne vorherige Erwärmung ist nicht nur sinnlos, sondern ausgesprochen dumm.

Kihon
Die Grundschule, in der die unterschiedlichen Basisbewegungen erarbeitet werden. Ob Verteidigungs- oder Angriffstechniken, Schläge oder Tritte, alles basiert auf einer exakten Körperbewegung. Viele empfinden das Kihon auf Dauer als langweilig. Gerade bei Kindern ist das nachvollziehbar, da das eigene Können gern überschätzt wird und man die Notwendigkeit des Kihon nicht erkennt. Dann ist der Trainer gefordert, das Kihon mit leichten Variationen so zu gestalten, dass selbst ständige Wiederholungen immer wieder auf´s Neue interessant sind. Selbst hohe Danträger trainieren die Kihontechniken regelmäßig und ausdauernd.

Kumite
Die Anwendung des Kihon in einer Kampfsituation.
Kumite ist für Anfänger die interessanteste Facette innerhalb des Training, meist aber auch die schmerzhafteste. Wie sagte mal ein Trainer so schön „ Man kann nicht schwimmen gehen, ohne nass zu werden“ Beim Kumite darf und muss man manchmal an die Grenzen gehen, um zu sehen, ob die Technik, die man so lange geübt hat, in der Praxis auch wirkt. Und wenn beide Partner das Training so ernst nehmen, wie es sein sollte, dann gibt es schon mal blaue Flecken. Das Kumite innerhalb des Trainings ist die Vorbereitung darauf, was eventuell mal passieren könnte. Daher ist es ein wichtiger und sehr ernst zu nehmender Teil des Karate.

Kata
Eine Kata ist eine festgelegt Folge von Techniken, die hintereinander ausführt werden muss.

Jede Kata stellt eine fiktive Angriffs- und Abwehrsequenz mit einem oder mehreren Gegnern dar. Im JKA- Shotokan-Karate gibt es 26 verschiedene Kata in unterschiedlich schweren Formen, dazu die universelle Übungskata Taikyoku. Während die Heian-Katas primär zur Übung der grundlegenden Kihontechniken dienen, sind die höheren Kata zum Teil ausgesprochen komplex und haben einen thematischen Hindergrund. Eine Kata zu erlernen ist anfangs nur eine Sache des Ablaufs, dann kommt die korrekte Ausführung der Techniken dazu, dann das Kime (Energie) um die Techniken effektiv zu machen. Eine Kata abzulaufen lernt man schnell, sie zu beherrschen dauert dagegen sehr lange.

Bunkai
Das Bunkai ist die Anwendung einer Katasequenz innerhalb einer Partnerübung. Zum Teil schwer verständliche Bewegungen bekommen durch das Bunkai eine Bedeutung.

Dabei ist es nicht zwingend vorgeschrieben, dass es zu einer Sequenz nur „ein“ Bunkai gibt. Zum Teil gibt es verschiedene mögliche Auslegungen, die parallel ihre Berechtigung haben.

Schlagtraining
Zur Abhärtung und zur Steigerung der Intensität bietet sich das regelmäßige Training am Makiwara an, einem im Boden eingelassenen oder an der Wand befestigten Schlagkissen.

Sollte dies nicht zur Verfügung stehen, ist alternatives Training mit Pratzen oder Kästen möglich. Gerade Kindern kann man mit diesen Übungen die Wirkung der eigenen Techniken gut vor Augen führen um sie für das Partnertraining zu sensibilisieren.
 
Kraft- und Konditionstraining
Kraft- und Konditionstraining sind nicht zwingend eigene Trainingsaspekte, obwohl es definitiv nicht schadet, auch mal eine Laufeinheit oder ein Zirkeltraining einzuschieben.

Fakt ist aber, dass die beste Technik nicht greift, wenn man nicht die körperlichen Möglichkeiten hat, diese auch effektiv anzuwenden. Allerdings ist es für einen Karateka kontraproduktiv, wie ein Fleischberg herum zu laufen. Die benötigte Kraft ist vor allem die Schnellkraft, um die Techniken explosiv einsetzen zu können.

Ach ja, natürlich die Bruchtests
In den wenigsten Dojos wird dies trainiert, es ist aber bei jedem Außenstehenden das Sinnbild des Karate. Auch bei uns gehören Bruchtests nicht zum Training.

Das traditionelle JKA-Karate ist auf Effektivität ausgerichtet, d.h. die sinnvolle Anwendung der Techniken. Und ganz ehrlich, wann wurde schon mal jemand in einer finsteren Gasse von einem Ziegelstein angegriffen..... ;-)

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